Ein Bett im Weinberg

Jürgen Drews: Schlagerstar, Entertainer & Gastronom.

Ein »Experten«gespräch mit den beiden Leib-Pfälzern Andreas Kunze & Franz Weber über die Pfalz, Saumagen & Co.

Kunze: Jürgen, Du bist ständig unterwegs. Auftritte, Tourneen, Pressetermine und Dreharbeiten in ganz Europa. Wenn Du mal Zeit für Dich und Deine Familie hast, zieht es Dich gerne in die Pfalz. Woran liegt das?

Drews: Ja, die Pfalz ist ein gesegneter Landstrich mit hohem Erholungswert und wunderbarer Küche.  Am liebsten entspanne ich in der Krone in Hayna.  Nicht nur wegen der exzellenten Kochkunst  von Karl-Emil Kuntz …

Franz: Du ernährst Dich ja sehr gesund und trinkst kaum Alkohol. Das widerspricht etwas der (allgemeinen) Pfälzer Lebensart.

Drews: Meistens zumindest! Ich erinnere mich noch ganz genau an den gemeinsamen Abend mit euch  beiden in Kallstadt. Da habt ihr mir gehörig gezeigt,  wo der Bathel den Most holt! Dieser gnadenlose  Crashkurs in deftiger Pfälzer Küchenkultur mit  Blutwurst, Leberwurst, Bratwurst, Saumagen und Handkäs` – ich war pappsatt! An jenem Abend habe ich das erste Mal in meinem Leben Saumagen gegessen und ich muss zugeben, er war sehr lecker!  Aber es wundert mich jetzt nicht mehr, dass ihr beide ausseht wie Bacchus …

Kunze: … Franz und ich sind eben Pfälzer mit Leib und Seele …

Drews: … die Betonung liegt auf »Leib«!

Kunze: … davon bist Du weit entfernt! 

Drews: … (lacht) Stimmt!

Kunze: Für die Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 hast Du deinen neuen Hit »Kornblumen« umgeschrieben und ihm einen WM-Look verpasst. Eine schöne Sache, schließlich bist Du der Weltmeister im Partymachen. Jetzt wäre es auch höchste Zeit für eine Pfälzer Version, zum Beispiel »Ein Bett im Weinberg«. Das würde die Pfälzer Weinfesthymne schlechthin werden …

Drews: Gar keine schlechte Idee. Schließlich  verstehen die Pfälzer zu feiern!

Kunze: Seit 1970 bist Du im Geschäft. »Ein Bett im Kornfeld« war im Jahr 1976 Dein musikalischer Durchbruch und Dein erfolgreichste Nummer überhaupt.  Es folgten viele weitere Riesenhits. Nur wenige  halten sich über Jahrzehnte an der Spitze.  Was ist Dein Erfolgsrezept?

Das-BESTE-der_Region_Drews_2Drews: Der »Onkel Jürgen« nimmt sich selbst nicht so wichtig und ist für jeden Spaß zu haben. Ich versuche bei jedem Auftritt souverän, professionell, schlagfertig und unterhaltsam zu sein. Und außerdem arbeite  ich hart dafür.

Franz: Thomas Gottschalk krönte Dich in seiner »Wetten dass … ?!« Show zum »König von Mallorca«.  War das der mediale Ritterschlag?

Drews: Nun ja, es gibt schlimmeres als vom König des Entertainments so bezeichnet zu werden …

Kunze: Neben Deiner Karriere als Sänger hast  Du auch in zahlreichen TV-Filmen eine gute  Figur gemacht. Erzähl mal …

Drews: Ich durfte in neun Filmproduktionen mitwirken. Das Erste mal bereits 1967 in »Die Lümmel von der ersten Bank«. Sehr beeindruckt hat mich die Zusammenarbeit mit Mario Adorf in »Das Syndikat« (1971) und viel Spaß hatten wir natürlich bei Hape  Kerkelings „Horst Schlämmer – isch kandidiere!“  im Jahr 2009.

Franz: Du hast auch ab Ende der 80er die Deutsche Schlagerparade moderiert und im Laufe der Jahrzehnte viele Preise und Auszeichnungen abgeräumt. Die Goldene Stimmgabel, mehrfach den Bravo-Otto, 2011 den Aprés-Ski-Hit und hast erfolgreich mit Stefan Raab und Bürger Lars Dietrich zusammen gearbeitet. Gibt es unter so zahlreichen Ehrungen besondere Lieblinge?

Drews: Nein, ich habe mich über alle Auszeichnungen und Preise sehr gefreut und ich möchte an dieser  Stelle betonen, dass ich noch nicht ans aufhören denke.  Der »König von Mallorca« wird noch lange  nicht abdanken!

Kunze: Wir danken Dir ganz herzlich für dieses kurzweilige Gespräch und freuen uns auf Deinen  nächsten Besuch!


Ausgabe 1 / Seiten 34-36