Bullerei

Hamburgs Pfaffenstück

Ah, du schöne Sternschanze – bunter, aufregender und niemals langweiliger Mikrokosmos des Hamburger Lebens. Interessanterweise sind all diese Attribute auch fest im Konzept der Bullerei verankert, diesem zugegebenermaßen äußerst hippen und zeitgeistigem, aber deswegen nicht minder furiosen Restaurant von Tim Mälzer und Patrick Rüther. Mit einer gehörigen Portion Aufwand und kühnen Ideen haben die beiden aus einem ehemaligen Schlachthof so etwas wie den kulinarischen Herzschlag dieses Viertels gemacht – und mit dessen Eröffnung 2009 die gastronomische Landkarte der Stadt nachhaltig geprägt.

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Ein Jahr wurde getüftelt und gebaut, von Anfang an schwebte den beiden ein Restaurant samt Café/Deli für jeden Geschmack, jede Tageszeit und jede Lebenslage vor. So ein Anspruch muss sich natürlich immer erst mal in die Tat umsetzen lassen. Jedoch: auch in diesem Punkt lässt sich sagen, dass der Laden schon kurze Zeit später nicht mehr aus der Stadt wegzudenken war. Das liegt natürlich auch an der aufsehenerregenden Kombination aus diesem unvergleichlich nostalgischen Industriecharme und topmoderner Architektur. Es liegt aber vor allem an der Küche. Kreativ, ohne zu weit weg von den Klassikern zu sein, und klassisch bodenständig, ohne konventionell und altbekannt daherzukommen: Saisonale Zutaten, frische Zutaten, auch möglichst regionale Zutaten bestimmen das Geschehen, auf den Tisch kommt, was auch den beiden schmeckt. Ihre Burrata ist nach Meinung nicht weniger die beste ganz Hamburgs, das handgeschnittene Tatar ist eine aromatische Wucht. Eisbein, geräucherte Makrele oder einfach eine Ochsenherztomate in ihrer ganzen Pracht, Ochsenschulter, Bratwürste – es muss nicht immer komplex oder verkopft sein, um zu begeistern.

 

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Komplex und verkopft, das würde aber eben auch gar nicht zum Duo Mälzer/Rüther passen. Beide haben viel erreicht und dennoch ihre Freude an bodenständigen Genüssen nicht verloren, beide verstehen sich meisterlich darauf, an sich simplen Rezepten mit Wagemut und Erfindergeist neue Facetten abzutrotzen. Deswegen gibt es auch Überraschungsmenüs, spezielle Cuts für feinste Steaks und manche neudeutsche Interpretation eines Klassikers. Die überzeugen die Stammgäste ebenso wie die Neuankömmlinge, die dann selbst über Nacht zu den nächsten Stammgästen mutieren. Irgendwie magisch, dieser Ort.


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