Restaurant L.A. Jordan

Emotionalität für Körper und Geist

In Deidesheim wurde und wird Weingeschichte geschrieben. Ein Restaurant, das den Namen des archetypischen Pfälzer Weinkönigs trägt, hat da natürlich einen ganz besonderen Anspruch. Das war den führenden Kräften des Hotels Ketschauer Hof klar, als sie ihr Restaurant Freudstück Anfang 2015 in L.A. Jordan umbenannten – Ludwig Andreas Jordan also, wenn man den Namen ausschreibt, quasiheiliger Gründer des Weinguts Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan. Das befindet sich gleich nebenan, blickt sozusagen mit Argusaugen direkt auf das Geschehen.

Tradition verpflichtet. Einher mit dieser Umbenennung und bewussten Besinnung auf den Rebenbefohlenen Deidesheims war eine aufwändige und mit viel Zeit geplante Umgestaltung des Restaurants, die Hoteldirektor Sebastian Steuber augenzwinkernd und tiefstapelnd mit einem „Facelifting“ umschreibt. Und die Operation, sie ist geglückt: Modernität und Wohlfühlatmosphäre waren das hehre Ziel, das es zu erreichen galt. Beides gelang, mittlerweile speist es sich in der geschichtsträchtigen Umgebung doch tatsächlich noch angenehmer, noch ungezwungener.

Dafür waren und sind natürlich auch Gastgeber/Sommelier Sascha Schömel und Küchenchef Daniel Schimkowitsch verantwortlich. Sie haben dafür gesorgt, dass das L.A. Jordan einen Michelin-Stern erhielt, dieselbe Publikation – und das ist bei diesem Namen natürlich besonders wichtig – hebt die exzellente Weinkarte nebst Beratung hervor. Wo Ludwig Andreas Jordan vor über 200 Jahren den Qualitätsweinbau in der Pfalz begründete, navigiert Schömel heute als erfahrener Kapitän mit Expertise und Freude durch die umfangreiche Weinkarte und sorgt stets für den richtigen Tropfen zu der sensationellen Küche – auch, aber natürlich nicht nur mit Bassermann-Jordan-Gewächsen. Die schmeckten übrigens schon dem guten Goethe.

Kreativ und handwerklich perfekt geben sich die Gerichte, im Augenwinkel ist da vielleicht schon der zweite Stern am Ketschauer Firmament in Sicht. Bis es soweit ist, munden das in zwei Gängen servierte Wagyu-Rind ebenso wie das Kaninchen mit Aal, Stabmuschel und Hüttenkäse oder die Meerbarbe an Avocado, schwarzem Rettich und Curryfond. Bemerkenswert: Bei den Mitarbeitern sucht man vergebens nach schwarzen Röcken oder Anzügen. Designerjeans, elegante und moderne Hemden bestimmen das Bild, das deswegen keinen Deut weniger elegant oder kompetent wirkt. Wir schreiben eben 2016, oder etwa nicht?


www.lajordan.de