Weingut Bauer

Geil auf Wein

Sie haben sie alle um den Finger gewickelt. Eichelmann, Gault Millau, den Feinschmecker, Falstaff und wie sie alle heißen: Vinophile Fachzeitschriften können ebenso wenig genug den Bauer-Weinen bekommen wie die privaten Genießer ihrer Tropfen. Emil Bauer und seine Söhne sind Winzer von einem ganz besonderen Schlag, unerschrockene Diener der Reben, die in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht haben und noch öfter wagemutige Wege eingeschlagen haben. Längst haben Martin und Alexander Bauer den Fahrersitz des Weinguts in Nußdorf bei Landau vollständig übernommen – Generation fünf für einen Familienbetrieb der etwas anderen Art.

Auf den ersten Blick liegt das vor allem an den, sagen wir mal, auffälligen Etiketten. Neben einer gründlichen Schärfung des Weinprofils, die sofort für mehr Überblick und Klarheit sorgte, war es nämlich vor allem die radikale Neugestaltung des Designs, mit dem die Bauer-Brüder ein erstes Ausrufezeichen hinter den Generationenwechsel setzten. »Pinot Gris? Bullshit! Drink a real Grauburgunder« heißt es da auf einem Etikett, ein gezielter Seitenhieb gegen kurzlebige Trends und anständige Modeerscheinungen. Das ist gerade das Spannende bei Bauers: Im Herzen sind die beiden kernige und bodenständige Pfälzer, die gerne mal einen Saumagen vertilgen und die Pfalz über alles lieben. Ihre ehrlichen Weine mit derart modernem Design zu verzieren, ist da ein überaus gelungener, geradezu künstlerischer Ansatz, der auch von Selbstironie zeugt und wunderbar auf den Punkt bringt, worum es ihnen geht: Ein Miteinander von Tradition und Moderne, ernst und leidenschaftlich im Handwerk, alles andere als ernst und gern auch mal laut, knallig und frech in der Präsentation.

Vor allem muss ein Wein natürlich schmecken. Und das tun die Tropfen, die die Gebrüder ihren rund 30 Hektar verdanken, durch die Bank. Ihr »Just Riesling« (Subtext: Wer braucht schon Sex, Drugs und Rock’n’Roll, wenn er Riesling saufen kann?) gewann hochrangige Preise, sorgte aber auch für das eine oder andere Stirnrunzeln. Bauers wissen das, Bauers wollen das. Sie provozieren geradezu eine kritische Auseinandersetzung mit ihren Weinen, bei der am Ende eh immer dasselbe Urteil steht: Verflixt gute Weine von verflixt guten Typen. Önologe Alexander und Marketing-Ass Martin tragen das Herz auf der Zunge und erzählen mit ihren Etiketten wie auch mit ihren Weinen ihre ganz persönliche Geschichte. Der hört man immer wieder gern zu – Flasche für Flasche für Flasche.


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