20 FRAGEN AN …

Peter Ketnath

Schauspieler „SOKO Stuttgart“ | www.peterketnath.de

Was treibt Sie an?

Der beständige Wunsch, Schatten in Licht zu verwandeln. Das Weitermachen ist der Motor, das Pflücken der Früchte ist die Kür. Man könnte es auch einfach Neugier nennen.

Ärgern Sie sich über Kritik?

Nun wenn sie offensichtlich dumm und falsch motiviert ist und zum Beispiel über soziale Medien verbreitet wird kann das auf den Nerv gehen. Da ist auch Fremdschämen mit dabei. Aber über konstruktive Kritik muss man sich in meinem Beruf eher freuen, denn man sieht ja selbst nicht immer alles und kann dazulernen. Jedem seine Meinung, und durch Reibung entsteht auch Energie.

Wohin geht Ihre nächste Reise?

Zu mir selbst. (lacht). Physisch werde ich sobald es die Zeit erlaubt die Seen in Oberitalien besuchen. Der Frühling kommt dort etwas früher an und es gibt kaum etwas schöneres und hoffnungsvolleres als dieses Schauspiel.

Was kann Ihre Sekretärin, was Ihr iPhone nicht kann?

Hätte ich eine Sekretärin, könnte sie natürlich viel mehr als das Telefon. Denn das zwingt mich zum stummen tippen, blinzeln, löschen, korrigieren. Dafür passt es in jede Hosentasche. Fazit: Öfter mal telefonieren und nach einer patenten Sekretärin Ausschau halten.

Sind Sie ein Late-Night-Checker oder ein Early-Bird?

Ich habe mich im Lauf der Jahre eher vom Late-nighter zum Early-bird entwickelt. Das bringen Kinder und die Arbeit bei Film, Funk und Fernsehen so mit sich. Allerdings strebe ich meistens ganz automatisch eine Hybridform aus beiden Varianten an, wenn es der Schlafmangel zulässt.

Wenn Sie einen Orden verleihen könnten, wer würde ihn bekommen?

Man könnte täglich mit verbundenen Augen jemanden aus dem Gesundheits- oder Pflegedienst auswählen. Diese Menschen leisten überdurchschnittliches, was im krassen Kontrast zu ihrer Bezahlung und gesellschaftlichen Anerkennung steht.

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrestaurant?

Der Gallo Nero in Starnberg. Es ist die ideale Verschmelzung aus echter italienischer Küche und oberbayrischem Restflair. Der Wind vom See wogt gerade noch so herüber, ein heller Schimmer von Aufbruch liegt über dem Ort zwischen Bahnhof, Seehafen, Alpenrand und der Millionenstadt. Chef und Kellner verfügen über den notwendigen Charme, jeden zum willkommenen Gast zu machen. Und die Weinkarte ist der Fahrplan der für jedes Ziel eine Lösung parat hält.

Der beste Ort für den Ausklang einer durchfeierten Nacht?

Das Schumann´s in Schwabing, denn dort lösen sich die Schranken der Zeit in Wohlgefallen auf. Und wenn die zusperren, ist es sowieso Zeit nach Hause zu gehen.

Wie kann man Sie kulinarisch verwöhnen?

Am besten italienisch, Pasta wie bei Mama, Meeresfrüchte, Fisch, alles mit Olivenöl, Salate, Tiramisu. Dazu Weisswein, Wasser und starken Kaffee. Ich bin da eher einfach gestrickt.

Wie entspannen Sie?

Berufsbedingt natürlich täglich und stündlich, egal wo ich gerade bin. Vieles spielt sich im Inneren ab, mental, oder hat ganz einfach mit Atmung zu tun. Aber ich sage auch nicht zu aktiver Entspannung wie zum Beispiel Sport oder Wellness nein. Es kann auch ein Spaziergang oder sogar ein Langstreckenflug sein. Wichtig ist, dass man sich darauf einlässt.

Angenommen, Sie könnten eine Woche lang jemand anderer sein. Wer wäre das?

Vielleicht ein großer Opernsänger, der seine Rollen alle drauf hat. Einmal dieses harte Handwerk und die Opulenz der Wirkungsstätte erleben, dabei besinnungslos viel und gut essen und trinken zu dürfen, das wäre eine Grenzerfahrung.

Ihre Vorbilder?

Zufriedene Menschen die ihren Humor behalten.

Welche Charaktereigenschaften schätzen Sie?

Ehrlichkeit und Loyalität.

Was ist für Sie ein perfekter Tag?

Ein Tag, an dem ich von morgens bis abends eins mit mir und der Welt bin.

Worauf sind Sie stolz?

In vielerlei Hinsicht auf mein Leben, auf das was ich daraus machen konnte. Auf meine Familie.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Mit einem Segelboot das Mittelmeer und den Atlantik überqueren.

Ihr Lieblingsgericht?

Spaghetti Vongole, wenn sie richtig gemacht sind.

Wofür haben Sie kein Verständnis?

Blinder Hass, unreflektierte Negativität, kategorischen Pessimismus.

Schenken Sie uns eine Lebensweisheit?

Jeder ist seines Glückes Schmied.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Sei froh, dass es Dich gibt und mach was daraus.

Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?

Auf jeden Fall ein Menü mit extrem vielen Gängen. Eine kulinarische Reise um die Welt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.