20 FRAGEN AN …

Stefan Scheider

Fernsehjournalist BR | ARD | www.scheider.de

Auf welche Leistung sind Sie besonders stolz?

30 Jahre lang vor der Kamera zu stehen – ohne Vitamin B oder sich zu verbiegen! In dem Business gar nicht übel …;-)

Ärgern Sie sich über Kritik?

Anfangs ja, heute nicht mehr. Nehme mir Kritik aber immer zu Herzen – und fordere sie auch immer ein. Man sollte ja auch noch mit 55 dazulernen können.

Wohin geht Ihre nächste Reise?

Ein Kurztrip nach Amsterdam! Eine einzigartige Stadt, nah am Wasser gebaut und mit einem lockeren Straßenleben. Genau mein Ding!

Sind Sie ein Late-Night-Checker oder ein Early-Bird?

Leider beides. Deswegen manchmal ein Hauch zu wenig Schlaf.

Mit wem möchten Sie auf keinen Fall am Tisch sitzen?

Mit Donald Trump. Ist aber jetzt nicht politisch gemeint, sondern menschlich. So ein polternder Egomane mit merkwürdiger Frisur. Nicht mein Ding. Sollte er allerdings darauf bestehen, neben mir zu sitzen – von mir aus! Ich gebe natürlich auch ihm eine Chance … 😉

Wenn Sie einen Orden verleihen könnten, wer würde ihn bekommen?

Habe lange überlegt. Und ich glaube, Jupp Heynckes bekommt ihn! Wer im Herbst des Lebens noch so unglaublich einen Spitzenverein rockt und den ganzen Denker-Trainern Lehrstunden gibt – der hat einen Orden verdient! Oder anders gesagt: Schau nie aufs Alter – es ist nur eine Zahl!

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrestaurant?

Ich bin kein Sterne-Esser. Deswegen eine Etage drunter: Das Freihaus Brenner! Liegt sensationell und schmeckt immer gut. Und meine neue Liebe: Das Webers in Rottach! Kuschlig klein und großartige Karte!

Der beste Ort für den Ausklang einer durchfeierten Nacht?

Da brauche ich immer was Deftiges! Also gern eine Wurstküche oder ein Hotel mit Frühstücksbuffet. Zur Not tuts auch mal eine Raststätte…;-)

Wie kann man Sie kulinarisch verwöhnen?

Mit einer leichten Einfachheit! Ich will auch verstehen, was da auf dem Teller liegt.

Wie entspannen Sie?

Ich flüchte immer gern ins Kranzbach! Wellness also. Und wenn das mal nicht geht, mache ich täglich 10 Minuten Biofeedback-Übungen. Ist wie ein Mini-Urlaub. Ach ja, ich wäre auch innerlich bereit für einen Yoga-Grundkurs (steht auf der To-Do-Liste ganz oben). Und sonst? Am Tegernsee joggen, an der Ostsee Küstenluft schnuppern und am Abend ein schönes Zigarrchen anzünden.

Ihre Vorbilder?

Früher hatte ich Moderations-Superstars als Vorbilder. Das hat sich völlig geändert. Ich schaue jetzt zu Leuten auf, die im Kleinen Großes vollbringen. Beispiel: Nach Weihnachten 2017 kommt ein 16-Jähriger zur Bahnhofsmission, legt 300 Euro hin und sagt, er hätte so viel Geld geschenkt bekommen – und möchte einen Teil davon abgeben! Das beeindruckt mich ziemlich. Solche Menschen machen die Welt ein wenig besser.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Ich verschlinge derzeit ein Buch nach dem anderen von der Literatur-Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch! Ihre Stimmen-Sammlung zu Tschernobyl oder zum Ende der UDSSR fesselt mich bis in die Haarspitzen. Auch weil ich mich seit einer Russland-Reise in diesen riesigen Moloch Moskau regelrecht verknallt habe. Leider habe ich bald alle Werke durch. Mal sehen, was danach aufs Nachtkästchen kommt.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Eine Firma gründen und eine Vision aus meinem turbulenten Kopf in die Tat umsetzen. Und ich denke, das geschieht bald. Die Zeit ist reif …

Ihr Lieblingsgericht?

Alle Gourmets mal weghören: Für eine gute Fischsuppe tanze ich im Bikini auf der Theke!

Ihr größter Erfolg?

Hm, schwere Frage. Ich beantworte sowas nie gerne materiell, sondern mehr „geistig“. Daher: Mein größter Erfolg ist ein neues Wertesystem, das sich rund um den Fünfzigsten gebildet hat. Weniger Konsum und Ignoranz, mehr Nachhaltigkeit leben und die innere (!) Schönheit pflegen – durch Kunst oder Philosophie! Das gibt dem Leben einfach mehr Tiefe und mehr Intensität. Auch deshalb möchte ich heute kein einziges Jahr jünger sein.

Ihre größte Niederlage?

Meine größte Niederlage liegt vielleicht noch vor mir. Hinter mir sehe ich ehrlich gesagt nur kleinere Dramen, aber keine Jahrhundert-Niederlage.

Wofür haben Sie kein Verständnis?

Für Tierquälerei. Dafür habe ich nicht nur „kein Verständnis“, sondern entwickle ich eine geballte Wut im Bauch. Und unzählige Mitmenschen kaufen noch immer Anoraks mit Kaninchenfell oder anonymes Wühltisch-Fleisch für 99 Cent. Sowas zwickt mich gewaltig.

Das Leben ist zu kurz, um …

… sich über misslungene Golfschläge zu ärgern.

Wie definieren Sie Luxus?

In Bayern gesund und glücklich zu leben – das ist schon ein Luxus. Und da ich keinen DAX-Konzern gegründet habe oder besitze, lege ich die Messlatte freiwillig ein paar Stufen tiefer. Mit einem Lottogewinn würde ich aber eines sofort machen: Mir einen Chagall oder einen Picasso kaufen und ihn zuhause an die Wand hängen. Ein atemberaubendes Kunstwerk schlägt locker jede Rolex und jeden Porsche.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Ja! Und es ist ganz banal, aber effektiv: Treffe die wichtigsten Entscheidungen im Leben immer mit dem Bauch, nicht mit dem Kopf.

Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?

Currywurst mit Pommes. Da wären die Kalorien dann endlich mal egal.