Er Vaquita

Lieblingsplatz von Charlotte Luther

Wenn es dann endlich auch mal warm im Kessel wird, gibt es für mich nur einen einzigen Ort. Einen Ort mitten in der Stadt, der meine Sehnsucht nach Urlaub und Meer stillen kann. Der dafür entschädigt, dass die nächste Reise unter Umständen noch in weiter Ferne liegt.

Das ist mitnichten ein Freibad oder eine mit billigen Palmen vollgestellte und schlechte Drinks servierende Beach-Bar mit aufgeschüttetem Sand. Es ist das Er Vaquita in der Vogelsangstraße. Ein kleines, gemütliches, lautes spanisches Restaurant, das eigentlich immer voll und dennoch ein (gewollter!) Geheimtipp ist. Ein Restaurant, das mich direkt an die Costa de la Luz versetzt. Das Einzige, was fehlt, ist die salzige Meeresluft. Doch auf die kann ich hier sogar verzichten.

Mit einem Gläschen Rioja in der Hand gibt es für mich fast nichts Schöneres, als ein paar frittierte Boquerones zu knabbern, um anschließend eine große Portion Pulpo oder gegrillte Sardinen zu vertilgen. Vielleicht nehme ich diesmal aber doch eher den Seehecht als baskischen Eintopf? Oder das würzige Knoblauch-Hähnchen? Verdammt, ich glaube aber, das Thunfisch-Steak in der tagesfrischen Auslage trug auch meinen Namen.

Bodenständig und authentisch geht es hier zu, bodenständiger und authentischer geht’s einfach kaum. Endlich mal sind Attribute wie diese keine Marketing-Hülsen, sondern gelebte Gastlichkeit. Wer sein Herz, wie ich, hoffnungslos an Andalusien verloren hat, der wird das Er Vaquita lieben. Ach, jeder andere, mit dem ich bislang hier war, auch. Paco Vaca und Petra Stark haben hier seit über 25 Jahren ein Stück Spanien etabliert, das mich regelmäßig magisch anzieht. Schaffen nicht viele.


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